Gedanken unseres Priesters

Liebe Pfarrgemeinde!

 

 

Als Priester Ihrer Pfarre versuche ich, in der gegenwärtigen großen Coronakrise mit Ihnen gemeinsam im Blick auf Ostern darin einen tieferen Sinn zu erspüren und dadurch dieses Dunkel etwas zu erhellen. Wir nähern uns bereits der Karwoche, die uns den Leidensweg des Herrn bis ans Kreuz vor Augen führt. In ihm werden der Tod und alles Leid der Welt überwunden. Am besten legen wir alle Angst und Not dieser turbulenten Tage voll Vertrauen in seine Wunden - im Wissen, dass auf jeden Karfreitag ein Ostern folgt.

 

Plötzlich hat uns Covid 19 aus unserer Selbstsicherheit gerissen. Was wir bisher in Bezug auf Reisen, Sport, Freizeitgestaltung, Handel und Gesundheitswesen selbstverständlich in Anspruch genommen haben, ist auf einmal tabu oder nur in sehr eingeschränktem Maße verfügbar. Die rasante und weltweite Verbreitung dieses Virus schockiert uns. Unsere Regierung hat darauf rasch reagiert und verlangte daher ab dem 16. März für die meisten Staatsbürger den Ausgangsstopp. Unser gewohnter Alltag wurde somit „auf den Kopf gestellt“. Wir vermissen eine Kontrolle über die Verbreitung dieses Virus, verspüren dadurch Angst und fragen nach den möglichen Ursachen. Haben wir diese Situation selber verursacht? Sind es „kranke“ Systeme, die Naturgesetze missachten, oder ist es sogar ein Fluch als Antwort auf unsere Arroganz? Solche Fragen führen uns auf die Suche nach dem letzten Sinn des Lebens. Sie erreignet sich prozesshaft in 3 Schritten.

 

Im 1. Schritt erfahren wir einfach große Angst, die uns lähmt, blockiert und uns am Weitergehen hindert. Thomas von Aquin überwindet als Philosoph diesen Tiefpunkt in der Erfahrung seiner Freude an Gott und führt uns dadurch zum 2. Schritt. Er schenkt uns die Gnade neuer Lebendigkeit, weil wir zum Gespräch mit Gott finden. Durch seinen Segen leben wir ohne Angst in Frieden. In der Bibel werden wir so oft dazu aufgefordert, im Vertrauen auf Gott keine Angst zu haben. In der jetzigen Herausforderung brauchen wir dringend diese Zuversicht. Im Gebet füreinander rücken wir geistig näher zusammen und entdecken dabei den wesentlichen Auftrag für unser Leben.

 

Beten wir in Verbindung mit Papst Franziskus und unserem Bischof Hermann solidarisch für unsere Kranken hier und in der ganzen Welt sowie für alle Verstorbenen und deren Angehörige. Mögen sie den Trost und Frieden Gottes erfahren. Wir beten auch für die Ärzte, Krankenschwestern, Pflegekräfte, für alle Verantwortlichen im Gesundheitswesen, für unsere Politiker und alle Staatsbürger. Möge ihnen allen Gottes Geist beistehen, damit sie mutig und klug auf diese besondere Herausforderung reagieren können. In diesem gemeinsamen Bemühen erweist sich für uns Christen der Sieg des Auferstandenen über Leid und Tod.            

 

Diese Hoffnung wünscht Ihnen von Herzen

 

Euer Tony  

 

Pfarrbrief März 2020.pdf
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Pfarrbrief Feber 2020.pdf
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