Gedanken unseres Priesters

Liebe Pfarrgemeinde!

 

Im dritten Hochgebet betet der Priester nach der Wandlung:

 

„Beschütze deine Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit

und stärke sie im Glauben und in der Liebe".

 

 

Diese Gebetsworte um Schutz und Stärkung erhalten jetzt durch die Coronakrise besondere Aktualität. Wenn ich in diesen Tagen die Eucharistie alleine feiere, fühle ich mich mit Ihnen allen besonders verbunden. Manche und mancher von Ihnen verspüren wohl Sehnsucht nach dem gemeinsamen Feiern in unserer Kirche.

Was Sie vermutlich inzwischen schon erfahren haben: Heuer müssen die Feier der Erstkommunion, der Firmung und andere Feste verschoben werden. Ich kann Sie gut verstehen, wenn Sie die Eucharistiefeier und den Empfang der Kommunion schmerzlich vermissen. Ich hoffe sehr, dass dieser Zustand so vieler Verzichte nicht länger als einige Wochen währt. Doch unabhängig davon, wie lange dieser Zustand ohne Heilige Messe und ohne Sakramentenspendung andauert, gilt jedenfalls: Die Gnade der Sakramente erreicht uns auch ohne sichtbare Teilnahme. Dafür ist vielmehr meine ersehnte tiefe Verbindung mit Jesus Christus entscheidend. In dieser Haltung schenkt uns Jesus seine Nähe ohne Gegenwart des Priesters und der feiernden Gemeinschaft, auf die wir derzeit verzichten müssen. Sie können in dieser Zeit dafür die sogenannte „geistliche Kommunion" empfangen und durch sie Gottes Nähe ähnlich erleben. Bei Gott zählen doch die Absicht und der gute Wille. Daher haben Sie das Osterfest in geistiger Verbundenheit mit einem fremden zelebrierenden Priester daheim über das Fernsehen, Radio oder Internet gnadenhaft miterlebt.

Als Kirche bilden wir den einen Leib Christi. In diesem lebendigen Organismus sind wir ständig miteinander vernetzt und aufeinander verwiesen. Dadurch kann z.B. der Einsatz europäischer Christen in Afrika oder Südamerika Notleidenden helfen. Ich denke dabei nicht primär an materielle Unterstützung. Durch Gebet können wir die Anliegen von weit entfernten Mitmenschen vor Gott tragen und uns auch so miteinander vernetzen.

Der auferstandene Herr erwartet Sie in den stets offenen Kirchen. Zünden Sie dort eine Kerze an und bringen dadurch Ihre Hoffnung und Zuversicht auf die erlösende Botschaft von Ostern zum Ausdruck.

In den nachösterlichen Texten der Liturgie hören wir von so viel wunderbaren Begegnungen des Auferstandenen mit den verängstigten Jüngern und anderen Personen. So erwachen sie allmählich aus ihrer Lethargie und erweisen sich als mutige spätere Zeugen der Auferstehung. Darüber berichtet vor allem die Apostelgeschichte. Christus rüstet sie dazu aus, die frohe Botschaft später in alle Welt hinauszutragen.

Lesen oder hören Sie solch ermutigende Texte in übertragenen Gottesdiensten, oder lesen Sie allein in der Bibel und lassen Sie sich von diesen ermutigenden Worten stärken. In Apg. 3, 20 steht z.B: „… und der Herr wird Zeiten des Aufatmens kommen lassen, er sendet Jesus als den für euch bestimmten Christus!" Außerdem hörten wir in dieser Zeit so oft den Gruß Jesu an die eingesperrten Jünger. „Fürchtet Euch nicht". Für alle bedrohlichen Zeiten gilt: Gott ist der Herr auch unserer Zeit!

 

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich

Tony

 

 

 

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