Gedanken unseres Priesters

Liebe Pfarrgemeinde!

 

Sie erwarten wohl von mir in der herausfordernden Zeit der Pandemie Impulse, wie wir als Christen damit umgehen könnten. Was haben wir aus dieser außergewöhnlichen Zeit gelernt? Dazu nun meine Überlegungen.

 

Wir sind uns plötzlich unserer Endlichkeit bewusst geworden, die in unserer Wohlstandsgesellschaft seit Jahrzehnten verdrängt worden ist. Unbegrenztes Wachstum des Marktes und Konsums war die Devise. Die große derzeitige Rezession stellt nun alles in Frage. Haben wir also so lange „auf das falsche Pferd gesetzt“? Fakt ist jedoch: Wir waren nie die „Herren des Universums“! Unser Leben ist das größte Geschenk aus Gottes Hand. Dafür gebührt ihm Dank. Wir werden in verschiedenen Bereichen lernen müssen, uns einzuschränken, zufriedener und bescheidener das Leben zu gestalten.

 

Durch die Quarantäne zu Hause haben wir außerdem schmerzlich die sozialen Kontakte mit älteren Verwandten, Freunden, Kameraden und Mitschülern vermisst. Die geforderte Distanz befremdet. Sicher hat vielen die Kontaktnahme über You–Tube oder Facebook vorübergehend geholfen, doch können diverse Medien nie den unmittelbaren Kontakt ersetzen. Als soziale Wesen brauchen wir auch die wohltuende Körpersprache der Umarmung und andere Gesten von Zuneigung.  

 

Durch das Herunterfahren der Wirtschaft und Mobilität erhielt unsere lädierte Schöpfung eine ungewollte Atempause. Durch unsere maßlose Lebensweise wurde sie nämlich arg mitgenommen. Seit dem Angriff des Coronavirus hat sich die globale Erwärmung und Umweltverschmutzung spürbar zu reduzieren begonnen- als neuer Impuls zum Umgang mit der Natur. Als Christen haben wir den notwendigen Beitrag durch bewusstes Verzichten zu leisten – in kirchlichen und staatlichen Verbänden, letztlich gilt das für jeden Einzelnen von uns! Als Christ sollte uns Gottes Schöpfung ein besonderes Anliegen sein.

 

Abschließend möchte ich jedoch festhalten, dass unsere scheinbar so säkulare Gesellschaft immer noch auf dem christlichen Fundament beruht. Ich habe in den 3 ½ Jahren meines Einsatzes in Maria am Gestade und besonders in den letzten Wochen erfahren dürfen, wie Sie auch weltweite Not großzügig lindern helfen. Ich bin Ihnen allen in der Pfarre sehr dankbar, dass ich so viel Freundschaft, Verständnis, Wohlwollen und Solidarität erfahren darf.

Mit dem Wunsch für einen erholsamen Sommer grüßt Sie herzlich

Tony

 

 

 

 

Pfarrbrief September 2020.pdf
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