Wallfahrtskirche „Maria auf der Gallwies"

zur Schmerzhaften Muttergottes

beim Schloss Mentlberg

Patrozinium: Sieben Schmerzen Maria

(Fest am 3. Sonntag im September bzw. 15. September)

 

 

GESCHICHTE

 

Zur Gründungs- und Baugeschichte

 

Bereits im Jahr 1428 wurde der auf der Gallwies befindliche Meierhof vom Wiltener Abt Johann III. zur Erbpacht verliehen - mit Ausnahme des „Türmls", einem kleinen Wohnturm mit Kapelle, den sich der Abt als Sommer-wohnsitz vorbehielt. 1485 wurde das Anwesen von Heinrich Mentlberger, der auch Bürgermeister von Innsbruck war, erworben und zum Adelssitz umgebaut.

 

Gnadenbild

 

Der spätere Besitzer Ferdinand von Khuepach ließ anstelle des schon verfallenen Turmes mit der Kapelle eine neue Kapelle (1622) mit Einsiedelei errichten, in die sein Sohn Christoph von Khuepach das heutige Gnadenbild verbrachte, das er in einem Kriegszug bei Ulm auf redliche Weise erworben hatte. Daraufhin entstand eine vielbesuchte Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes auf der Gallwies.

 

Der Bau der Wallfahrtskirche

 

Barbara von Khuepach veräußerte 1661 das gesamte Anwesen wieder an das Stift Wilten, in dessen Eigentum es bis 1807 verblieb. Die Kapelle, an die 1668 Abt Dominikus Löhr die Grotte der hl. Siebenschläfer hatte anbauen lassen, wurde 1678 durch Weihbischof Paulinus Mayr von Brixen geweiht. Nach Abbruch der alten Kapelle wurde 1769 die heutige Schloßkapelle angeblich von michael umhauser nach Plänen von Konstantin Johann von Walther zu Pfeilsberg (er plante auch die Triumphpforte) erbaut und am 5. September 1770 von Weih­bischof Romedius von Sarnthein geweiht. Die feierliche Übertragung des Gnadenbildes aus der Stiftskirche von Wilten geschah am 23. September 1770.

       BESCHREIBUNG

 

Der Außenbau

 

Die ins Tal gerichtete Hauptfassade bietet in ihrer reichen Behandlung durch Pilastergliederung mit Figurennischen, Volutengiebel über dem Hauptgesims, polygonalem Dachreiter, Rundbogenportal mit seitli­chen Pfeilern und eingerolltem Giebel einen reizvollen Anblick. Dieser wird noch aufgewertet durch die wiedererrichtete, viele Jahre verschüttete Steinstiege (s. Abb. auf der Umschlagrückseite).

Der Innenraum

 

Innen bietet sich im Schiff, einem Quadrat mit ausgerundeten Eckpfeilern, sowie im Chor je eine Kuppel über Gurten und Quertonnen sowie eine Pilastergliederung mit hohem Gebälk nach dem Vorbild der Wiltener Basilika, der auch die reiche Dekoration mit Fresken und Stukkaturen nachgebildet ist. Im Chor sind zwei seitliche Emporen eingebaut, an der Eingangsseite eine einfache Empore über zwei Säulen.

Kreuzigung, Deckenfresko im Schiff     Blick zum Hochaltar

Die Decken- und Wandfresken

 

Die Deckengemälde - Kreuzabnahme im Chor, im Schiff Kreuzigung und über der Orgelempore Grablegung - stammen vom auch in der Pfarrkirche Wüten tätigen matthäus günther, einem der führenden Rokokofres-kanten Süddeutschlands. Die beiden Wandfresken im Hauptraum zeigen links den hl. Josef, rechts gegenüber den hl. Johannes den Täufer.

Die Einrichtung

 

Der Hochaltar- vermutlich von josef stapf- als zweisäuligerÄdikula-Aufbau birgt in der Mittelnische das verehrte Vesperbildern 1500), das Erhabenheit und Erlösungshoffnung ausdrückt; an den Seiten die Figu­ren der hl. Katharina und Barbara und im Aufsatz Gottvater, von Engeln umgeben.

 

Kanzel, Kreuzweg und Votivbilder sind beachtenswert, wie auch in der Vorhalle die ikonographisch interessante Siebenschläfergruppe. Nach der Legende waren es sieben christliche Brüder, die bei der Verfolgung durch Decius in eine Höhle bei Ephesus flüchteten und dort eingemauert wurden. Durch ein Wunder in einen zweihundert Jahre währenden Schlaf versetzt, bezeugten sie im Erwachen die leibliche Auferstehung von den Toten (Fest am 27. Juni).

WÜRDIGUNG

 

Von 1947 bis 1957 diente die Schlosskapelle als Seelsorgskirche für das neugegründete Pfarrvikariat Mentlberg. 1997 wurde das kostbare Innere wieder hergestellt und die Wallfahrt gelobt.

Siebenschläfergruppe 

 

 

Der liebliche, farbige Anblick des Heiligtums grüßt weiterhin segnend und schützend auf die unter ihr liegende, aber nicht schlafende Tochtergemeinde Maria am Gestade, zumal sie auch das alte Patronat von der Wallfahrtskirche übernommen hat.

 

gottesdienste

Pfarrkirche

 

Jeden Sonn- und Feiertag am Sa 18.30 Uhr Hauptgottesdienst Sonntag 09.30 Uhr

Sonntag-Abendmesse 18.30 Uhr

 

Wallfahrtskirche, Mentlbergstraße 21

 

 Durch das ganze Jahr jeden 15. des Monats 19.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst

Adresse: Pfarramt Maria am Gestade, Weingartnerstraße 44, 6020 Innsbruck, Tel. (0512) 57 28 62,

Fax (0512) 57 33 10

Bürozeiten:

Dienstag und Donnerstag 14.30 h - 17.00 h

Mittwoch von 08.30 h - 11.30 h

 

http://www.pfarre-mariaamgestade-ibk.at         office@pfarre-mag.at

 

 

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Entnommen aus dem aufliegenden Kirchenführer. Das Erscheinen dieses Kirchenführers wurde gefördert durch:

Baufirma Johann Huter & Söhne Bau- und Galanteriespenglerei Kurt Kremser, Transportunternehmen Siegfried Schneider, Gärtnerei Peter Pfeifer, Rechtsanwalt Dr. Klaus Nuener

 

Literatur: Norbert Möller, Die Kirchen Innsbrucks, Verlag Kirche 1997. - Fest­schrift „25 Jahre Pfarrkirche Maria am Gestade", Eigenverlag, Innsbruck 1987. Hrsg. vom Kath. Pfarramt Maria am Gestade, Pfarrer Msgr.Cons. Helmut Gatterer Text: Dr. Norbert Möller, Innsbruck Fotos: R. Weidl / Verlag St. Peter, Salzburg Grundriß: Dipl.Ing. Karl Rappold, Innsbruck

Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 347 © 2000 by VERLAG ST. PETER • Erzabtei St. Peter • A-5010 Salzburg

l. Auflage 2000 Herstellung: Colordruck, Salzburg

 

 

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